GENUG! Ideen für den Frauenstreik 

9. März ist Frauenstreik. Die Aktion unter dem Motto GENUG! wurde initiiert von enough! , einer Gruppe von über 1000 Frauen* und einigen Männern* und dem intersektional feministischen Töchterkollektiv.  

 

 

 

Was hat das mit uns zu tun?

Da machen wir mit und darauf aufmerksam. Denn erstens sind wir Frauen. Und zweitens sind für uns das Schreiben, das Lesen und das Sprechen über Texte wichtige Formen, uns als Frauen in unseren verschiedenen Rollen und mit unseren Bedürfnissen selbst ernstzunehmen, unsere Erwartungen und Ärgernisse zu formulieren, unsere Stimmen zu erheben, uns mit anderen Frauen zu verbinden. Deshalb bieten wir hier Workshops und den Journalingclub für Frauen an, deshalb wählen wir für unser Bücherregal und unseren privaten Buchclub oft Bücher aus, die von Frauen geschrieben sind oder weibliche Themen adressieren. Damit ergänzen wir unseren Lektüreschatz, der seit frühester Kindheit von überwiegend männlichen Autoren geprägt war.

 

Darum geht es beim Frauenstreik

Mit dem Frauenstreik 2026 soll der Internationale Frauentag vom 8. März erweitert werden um einen Streiktag während der Werkwoche. Es geht darum, dass Frauen* sich ihrer bezahlten oder unbezahlten Arbeit entziehen, um ihre Bedeutung für alle Bereiche der Gesellschaft zu zeigen und für Frauenrechte zu kämpfen. Auf ihrer Website schreibt die Gruppe enough! „Wir glauben an die Kraft des Kollektivs. Mit dem GLOBALEN FRAUEN*GENERALSTREIK und seinen vielfältigen Streikaktionen fordern wir unser Recht auf Sicherheit, Würde, Autonomie und Gerechtigkeit zurück – überall.“

 

Vorbild Island

Die Idee ist nicht neu. Es gab in der Vergangenheit schon viele Frauenstreiks rund um die Welt, z.B. in Österreich, der Schweiz, den USA, Polen, Argentinien, Spanien, Deutschland. Der präsenteste ist jener der Isländerinnen im Jahr 1975. Etwa 90 Prozent der Isländerinnen nahmen teil und stritten für echte Gleichstellung. Schon im folgenden Jahr wurde ein Gleichberechtigungsgesetz erlassen und Vigdís Finnbogadóttir als erste Frau zur Präsidentin des Landes gewählt. Seitdem ist Island in Sachen Gleichberechtigung ein Vorbild und hat beispielsweise die weltweit geringste Ungleichheit bei der Bezahlung (Gender Pay Gap). Die Isländerin Margrét Rún ist die Ehrenpräsidentin von enough!

 

Wie kann Frau mitmachen?

Auf den Websites der Organisatorinnen findest du die Hintergründe, kreative Streikideen und einen Kalender mit Streik Events an den unterschiedlichsten Orten: https://enoughgenug.org/de/events/  und  https://toechterkollektiv.de/

Die Initiatorinnen regen an, im Rahmen der eigenen Möglichkeiten dezentral zu streiken, da ein Generalstreik ohne arbeitsrechtlichen Anlass und gewerkschaftliche Organisation in Deutschland nicht erlaubt ist. Deswegen rufen sie dazu auf, vielfältige kreative Aktionen zu starten, gemeinsam die Mittagspause auszudehnen, zu liegen, schreien, sitzen, gemeinsam öffentlich zu picknicken, tanzen, zu singen, dich einer Regionalgruppe anzuschließen … Anregungen für stillen Protest und eigene Protestformen findest du hier: https://enoughgenug.org/de/macht-mit/  und hier https://toechterkollektiv.de/stillerprotest.html 

 

8 Frauenstreik-Ideen

Hier sind 8 Ideen für dich, wenn du auch etwas tun möchtest, was dir guttut, womit du deine Gedanken rauslassen kannst, dich weiterbilden kannst, dich kreativ und erholsam deiner Verpflichtungen entziehen und mitstreiken kannst.

  • Mach etwas mit: Informiere dich über die Hintergründe und schau nach Streik Events in deiner Umgebung: https://enoughgenug.org und hier auf einer interaktiven Karte beim Töchterkollektiv: https://toechterkollektiv.de/karte/ 
  • Mach was öffentlich: Trage ein lila- oder orangefarbenes Streikbändchen, verteile Flyer und Infomaterial (zu finden auf der Website der Organisatorinnen), teile Streikaktionen auf Social Media mit den Hashtags #TöchterKollektiv, #ohneunsstehtallesstill und #Frauenstreik2026
  • Mach Pausenproteste, führe Gespräche mit Kolleginnen, geh picknicken.
  • Mach etwas mit Büchern. Lies ein Buch, das von einer Autorin geschrieben ist und/oder das von weiblichen oder queeren Lebenswelten erzählt. Romane, Ratgeber, Sachbücher, Essays… Empfehlungen findest du in unserem Bücherregal oder auch zahlreich im Netz, z.B. hier auf dem Blog “Nacht und Tag” von Nicole Seifert, die sich schon lange für die Literatur von Frauen einsetzt oder auch hier bei Pinkstinks  
  • Mach etwas mit anderen Frauen. Gründe noch heute mit anderen Frauen eine Gruppe oder schließe dich einer an, in der du dich regelmäßig austauschen kannst. Verbinde das doch mit deinen liebsten Hobbys. Ich denke an einen feministischen Buchclub oder eine Frauenschreibgruppe, einen Häkelclub, einen Frauenchor, einer Band, einer Akrobatik-Company, einer Frauenfussballmannschaft … 
  • Mach Kunst. Fotografiere dich. Male ein großes Bild mit den Fingern. Komponiere einen Protestsong. Schreib dir selbst einen Liebesbrief. Collagiere über Mut. Mach ein Zine über Wut. Schreib ein Listengedicht mit mindestens zehn Zeilen. Beginne jede Zeile mit „Es ist genug…“
  • Mach irgendetwas. Für dich. Und deine Freundinnen. Backe oder baue etwas. Geh demonstrieren oder spazieren. Häkel oder nähe dir ein Tuch, mit dem du dich selbst umarmen kannst. Schau den Film zum Isländischen Frauenstreik „Island – Ein Tag ohne Frauen“
  • Mach nichts. Zeige Abwesenheit.

 

 

 

Deine Nora und Jana

 

Diese Aktion wird von zahlreichen Initiativen, Vereinen und Organisationen unterstützt, z.B. von UN Woman, Verdi, Campact, Terre Des Femmes, Pinkstinks Germany e.V.

#TöchterKollektiv  #ohneunsstehtallesstill  #Frauenstreik2026