Eine Reise durch die eigene Biografie.

Anfang des Sommers bekam ich das neueste Buch von Matt Haig geschenkt. „Die Mitternachtsreise“. Dazu erhielt ich die Worte, dass ich vielleicht noch zu jung sei für das Buch, da es um einen Zeitpunkt im Leben gehe, der für mich (hoffentlich) noch in weiter Ferne liegt. Das hat mich erstrecht neugierig gemacht. Über dieses Buch möchte ich hier erzählen, dir mitgeben, was das Buch mit mir gemacht hat und wie es auch dich anregen kann zu einer Reise durch deine Biografie.

Worum es in dem Buch geht

Im Mittelpunkt des Buches steht Wilbur. Wir lernen ihn als alten Mann kennen und gehen mit ihm auf eine wundersame Reise. Er erleidet einen Herzinfarkt und erwacht in einem Zug. Dort trifft er eine alte Bekannte, von der er nicht erwartet hatte, sie je wiederzusehen: Agnes Bagdale. Als Wilbur noch ein Kind war, war der Buchladen von Agnes Bagdale für ihn ein Zufluchtsort – ein Ort, an dem er die Schwierigkeiten zu Hause für eine Weile vergessen konnte und an dem seine Liebe zu Büchern begann. Diese Liebe zu Büchern führte ihn zu einem erfolgreichen Leben und als dieses zu enden scheint, begegnet er Agnes in einem rätselhaften Zug wieder. Sie ist auf der Zugreise durch die Zeit seine Reisebegleiterin. Gemeinsam reisen sie los durch Wilburs Leben: Wilbur erlebt wichtige Momente seines Lebens erneut, die glücklichen ebenso wie die schmerzhaften, darunter die Flitterwochen in Venedig mit seiner großen Liebe Maggie. Maggie, die Frau, die er zum Zeitpunkt, als wir Wilbur kennenlernen, schon lange nicht mehr gesehen hatte. Je mehr Momente Wilbur wieder erlebt, desto klarer wird ihm, was er im Leben bereut und was er gern anders gemacht hätte. Diese Gedanken und Gefühle begleiten ihn auf der Reise und führen ihn vielleicht zu einem Ende, was so nicht vorgesehen war. 

Wie es mir mit dem Buch gegangen ist

In einer einfühlsamen und berührenden Art wird die Geschichte von Wilburs Lebens in einer Rückschau erzählt und gleichzeitig kann man beim lesen erleben, wie es sein könnte, die eigene Biografie zu durchwandern – bittersüß, schmerzhaft schön. Darüber hinaus lädt die Geschichte dazu ein, über die eigenen Entscheidungen nachzudenken und sich die Momente und Menschen ins Gedächtnis zu rufen, die das Leben geprägt haben. Mir ist beim Lesen bewusst geworden, wie wichtig das für mein jetziges Leben ist. Ich bin so etwa in der Mitte des Lebens angekommen. Und ja, ich bin vielleicht noch zu jung, um so einen Rückblick ins Leben vorzunehmen. Doch ich habe vor allem eines beim Lesen gespürt: Noch liegt Zeit vor mir und noch kann ich beeinflussen, welche Erinnerungen ich einmal mitnehmen möchte. Ich kann bewusster mit meinen Beziehungen umgehen, Zeit mit den Menschen verbringen, die mir wichtig sind, und mir überlegen, was ich noch erleben möchte.

Fazit

Ich empfehle das Buch Menschen, die Wilbur lesend in seine Erinnerung begleiten möchten und sich vielleicht zu einer eigenen Erinnerungsreise inspirieren lassen möchten. 

„Die Mitternachtsreise“ von Matt Haig

(Roman, 2026 erschienen bei Droemer Knaur)

Zum Autor: Matt Haig

Zum Buch: Die Mitternachtsreise

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