
Schreibend zur eigenen Stimme finden.
In ihrem Buch „Frauen, die schreiben, blühen auf“ lädt Stefanie Brodmann auf eine Schreibreise ein, auf der sich vor allem Frauen selbst entdecken und in ein Leben voller Freude und Leidenschaft starten können. Durch verschiedene Schreibimpulse und persönliche Einblicke in ihre eigene Schreiberfahrung ermutigt sie die Leserinnen, die Kraft des Schreibens für sich zu nutzen.
Einladung zum Schreiben
„Dieses Buch ist für dich. Es richtet sich an alle, die bereit sind, sich auf eine innere Reise einzulassen.“ (S. 41)
Das Buch beginnt mit der „Einladung: Schreiben als Reise zu dir selbst“. Stefanie Brodmann lädt die Leserinnen nicht nur zur Schreibreise ein, sondern teilt offen ihre eigene Reise, die zu Beginn von Erschöpfung und dem Wunsch zu flüchten geprägt war. Doch statt wirklich auf eine Insel zu fliehen, wie sie es sich überlegt hatte, entschied sie sich für das Schreiben, das ihr half, sich selbst neu zu entdecken und wieder aufzublühen. Diese persönliche Note ermöglicht sofort eine Verbindung zu den Leserinnen und regt dazu an, die eigene Schreibreise zu beginnen.
Kapitelübersicht / Aufbau des Buches
Kapitel 1: Schreiben für die Seele – Worte als heilende Kraft
Im ersten Kapitel erläutert Stefanie Brodmann, warum sie gerade das Schreiben empfiehlt. Zum Teil erklärt sie anekdotisch, wie Schreiben wirken kann. Sie beschreibt, wie es ihr beim Schreiben geht, was sie fühlt, spürt und dabei erlebt. Zum Teil bezieht sie sich bei den Schreibwirkungen auf Schreibratgeber – vor allem USamerikanische – und auch einige Forschungserkenntnisse. Für Stefanie Brodmann ist Schreiben eine Investition in sich selbst, eine Brücke zur Selbstliebe und für die innere Stärkung geeignet.
Zum Ende des 1. Kapitels gibt sie noch einige Hinweise zum Buch. Die Leserinnen können das Schreiben erfahren, indem sie den Schreibimpulsen folgen. Wie diese Impulse umgesetzt werden können oder was sie zu Tage fördern können, zeigt Stefanie Brodmann anschaulich an persönlichen Beispielen. Darum erklärt sie in diesem Kapitel auch, warum sie so viel von sich preisgibt in diesem Buch: „(I)ch lasse dich an meinem eigenen Heilungsprozess teilhaben, weil du durch meine Texte die ganze Kraft des intuitiven kreativen Schreibens nachvollziehen kannst. (…) Wenn du meine Notizbucheinträge liest, stelle dir vor, dass wir gemeinsam an einem sicheren Ort sitzen, wir gerade gemeinsam geschrieben haben. Jetzt beginnen wir, uns gegenseitig unsere Texte vorzulesen. Ich wünsche mir, dass du die Verbundenheit und die Nähe spürst, die wir durch das Teilen unserer Rohtexte erreichen können.“ (S. 36)
Kapitel 2: Die Kunst des Schreibhandwerks – der Weg zum Flow
Im zweiten Kapitel führt die Autorin sanft in das kreative Schreiben ein. Es geht zunächst darum, einen Zugang zum intuitiven Schreiben zu bekommen und den Schreibflow zu erfahren. Sie beschreibt dazu das ABCD des kreativen Schreibens, bei dem sie sich vor allem auf creative writing aus USamerikanischen Schreibratgebern wie von Julia Cameron oder Natalie Goldberg bezieht (S. 48 – 50):
- A = All you need are 15 Minutes and a timer
- B = Become one with your writing hand
- C = Can-write-anything attitude
- D = Don’t worry about tears
Zusätzlich präsentiert sie die vier ersten Schreibinspirationen zum Ausprobieren:
- Kryptichon
- Baum malen und assoziativ schreiben
- Cluster
- Freies Schreiben zu einem Impuls mit festgesetzter Zeit
Stefanie Brodmann warnt jedoch auch: Schreiben kann intensive Gefühle hervorrufen. Sie rät, sich nach einer Schreibübung einen Liebesbrief an sich selbst zu schreiben, um sich selbst Trost zu spenden.
Kapitel 3 bis 5: Erinnerungen und persönliche Impulse
Mit dem Kapitel 3 beginnt die eigentliche Schreibreise. In den Kapiteln 3 bis 5 tauchen die Leserinnen in ihre eigenen Erinnerungen ein. Stefanie Brodmann bietet autobiografische Schreibimpulse an, die zum Nachdenken anregen, wie „Erzähle mir von deinem Namen“, „Erzähle mir von deiner Mutter“ oder „Ich bin … Ich bin nicht…“. Diese Übungen sollen helfen, Vergangenes aufzuspüren und zu verarbeiten.
Kapitel 6 und 7: Loslassen, Heilen, Neuanfang
Hier geht es um die heilende Kraft des Schreibens in Bezug auf Emotionen und Erinnerungen. Die Autorin veranschaulicht, wie das Schreiben ein Schlüssel zu verschlossenen Türen sein kann und ermutigt die Leserinnen, sich ihrer eigenen Geschichte und ihren Gefühlen ehrlich zu stellen. Sie ermutigt dazu, auch die unangenehmen Emotionen zuzulassen und weiterzuschreiben, selbst wenn es schmerzhaft ist.
„Es gab Tage, an denen meine Texte mich umhauten. Ich wollte mit dem Schreiben aufhören, denn was ich da las, das wollte ich nicht lesen. Ich wollte es nicht wissen. Wenn es dir auch so geht, dann kann ich dir aus meiner Erfahrung sagen: Bleib dabei! Schreibe weiter! Auch wenn du über Wochen und Monate deine Texte am liebsten wegwerfen würdest (was du auch tun kannst), schreibe weiter. Erlaube, dass deine Tränen fließen. Du bist auf dem Weg der emotionalen Heilung.“ (S. 128)
Gemeinschaft und Verbundenheit
Ein zentraler Aspekt des Buches ist die Gemeinschaft unter schreibenden Frauen. Stefanie Brodmann betont, wie hilfreich es sein kann, sich zusammenzuschließen, um gemeinsam zu schreiben und Erfahrungen auszutauschen. Sie stellt ihren „Writing Flow Circle“ und ihre „Writing Flow Sisterhood“ vor, die Frauen unterstützen, sich gegenseitig zu inspirieren und zu motivieren.
Fazit
Stefanie Brodmanns Buch „Frauen, die schreiben, blühen auf“ ist eine Ermutigung, Schreiben als Werkzeug zur Selbstentdeckung und Heilung zu nutzen. Die Schreibinspirationen führen die Leserinnen in die Welt des Schreibens ein und lassen sie das Gelesene erkunden. Mit ihren persönlichen Erzählungen lässt die Autorin Nähe zu und spricht ihre Leserinnen wie Freundinnen an.
Das Buch bietet inspirierende Anregungen, sich im Schreiben auszuprobieren und die eigene Schreibreise zu starten. Stefanie Brodmann greift ausschließlich auf die bewährten Schreibtechniken Cluster, Listen und freies Schreiben zurück. Für den Einstieg in das Schreiben können diese gleichbleibenden Schreibtechniken für die verschiedenen Themen hilfreich sein. So bekommen die Leserinnen im Ausprobieren eine Art Routine, da sie immer vertrauter werden mit diesen Schreibtechniken. Für erfahrene Schreibende sind vielleicht eher die Themen spannend, die in den Schreibimpulsen angeregt werden. Ich persönlich wünsche mir manchmal mehr Abwechslung in den Schreibanregungen.
Doch wesentlich an diesem Buch ist für mich, dass sich Stefanie Brodmann mit dem Buch an Frauen richtet und sie zum Schreiben ermutigt. Sie bringt das Schreiben auf ihre Weise in die Welt, zeigt sehr persönlich, wie bereichernd das Schreiben im Leben sein kann. Damit bereichert sie wiederum den Markt der Schreibratgeber. Wer vor allem eine Ermutigung und Zuspruch sucht, findet ihr den richtigen Schreibratgeber.
– Nora –
„Frauen, die schreiben, blühen auf“ von Stefanie Brodmann
(Ratgeber, 2023 herausgegeben im Selfpublishing)
Hier kommst du zur Website der Autorin: Stefanie Brodmann
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Gemeinsam aufblühen
Im Journaling-Club kannst du in freundlicher Gesellschaft mit anderen Frauen schreiben, dich austauschen und gegenseitig inspirieren. Ich gebe abwechslungsreiche Journaling-Impulse in die Gruppe und moderiere die Abende.
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Blüten und Früchte arrangieren
Im Workshop „Biografisches Schreiben – der Start eines autobiografischen Schreibprojektes“ kannst du ein Schreibkonzept für eine autobiografische Textsammlung oder ein größeres autobiografisches Schreibprojekt entwickeln, also kreativ aushecken, wie du die Blüten und Früchte deines bisherigen Lebens arrangieren möchtest. https://www.schreibdrueber.de/workshops-und-buchclubs
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